Nach welchen Kriterien sind Solaranlagen auf mehreren Grundstücken bei grundstücksübergreifender Errichtung bzgl. der technischen Vorgaben (EinsMan) zusammenzufassen?

erstellt am: 

21.06.2017

Textfassung vom: 

21.06.2017

zuletzt geprüft am: 

08.11.2017

Gesetzesbezug: 

Rechtslage nach dem EEG 2012:

  • Solaranlagen auf verschiedenen Gebäuden, die grundstücksübergreifend errichtet worden sind:
    Hier befinden sich die Solaranlagen nur teilweise auf demselben Grundstück. Die Anlagenzusammenrechnung zur Ermittlung der installierten Leistung bzgl. technischer Vorgaben (§ 6 Absatz 3 EEG 2012) ist in dem Fall nach alter Rechtslage nach dem Auffangtatbestand in § 6 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 Alternative 2 EEG 2012 zu prüfen. Dieser sieht eine Zusammenrechnung vor, wenn sich die Solaranlagen sonst in unmittelbar räumlicher Nähe zueinander befinden.
     
  • Solaranlagen auf verschiedenen Gebäuden, die sich über mehrere Grundstücke erstrecken:
    Hier scheidet eine Zusammenrechnung aufgrund der Belegenheit auf demselben Grundstück aus. Denn die Errichtung von Solaranlagen auf demselben Grundstück verlangt, dass sich die zu betrachtenden Anlagen insgesamt vollständig auf demselben Grundstück befinden müssen. Die nur teilweise Belegenheit auf demselben Grundstück erfüllt die Voraussetzung "Errichtung auf demselben Grundstück" noch nicht. Näheres dazu können Sie in dem Votum 2015/45 der Clearingstelle EEG nachlesen.
     

Neue Rechtslage nach dem EEG 2017:

  • Eine rechnerische Zusammenfassung von Solaranlagen erfolgt nur noch dann, wenn die Solaranlagen entweder auf demselben Grundstück oder auf demselben Gebäude errichtet worden sind. Darüber hinaus sind die weiteren Kriterien zu erfüllen.
  • Errichtung in »unmittelbarer räumlicher Nähe«: Die Zusammenrechnung aufgrund dieses Tatbestandes wurde für die Beachtung der technischen Vorgaben für das Einspeisemanagement mit dem EEG 2014 abgeschafft.

Hintergrund:
Zusammengerechnet werden Solaranlagen, wenn bestimmte räumliche und zeitliche Kriterien erfüllt sind. Neben der Vergütungshöhe ist die Zusammenrechnung mehrerer Solaranlagen vor allem bei der Erfüllung technischer Vorgaben (§ 6 Absatz 3 EEG 2012, § 9 Absatz 3 EEG 2014/EEG 2017) zur Ermöglichung der ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung durch den Netzbetreiber relevant. Dieses soll drohenden Netzengpässen entgegenwirken. Bei der Zusammenrechnung mehrer Solaranlagen bzw. deren (Gesamt-)Leistung können durch Überschreitung bestimmter Schwellenwerte bei der installierten Leistung dabei die Anforderungen der technischen Vorgaben steigen.

Die Anlagenzusammenfassung bzw. -rechnung ist aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Konstellationen für jeden Einzelfall anhand der vorliegenden Umstände immer gesondert zu prüfen. Lesen Sie hierzu auch unsere Häufige Frage Was ist bei der Anlagenzusammenfassung zur Ermittlung der installierten Leistung zu beachten?.

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